Achtung spielende Kinder! Bitte nicht stören!

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Sehr oft finden Sie, liebe Eltern, in unseren Berichten über den Tag der Kinder Formulierungen wie „dann wurde drinnen/draußen gespielt“ oder „die Kinder beschäftigten sich mit verschiedenen Rollenspielen/Bastelideen“.

Das heißt also, die Kinder gingen in dieser Zeit ihren eigenen Ideen nach, sie wählten ihr Spiel selbst, ohne von uns ein Angebot zu bekommen. Geht hier nun wichtige „Bildungszeit“ verloren, besonders im Vorschuljahr? Nein! Spielen heißt Lernen!

Wir wollen die Kinder als Experten für ihren eigenen Bildungsprozess begreifen. Wann sie für welches Wissen,für welche Erfahrung bereit und aufnahmefähig sind, wissen die Kinder selbst am besten und setzen dies unmittelbar in ihrem Spiel um. Dabei machen sie Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen: sie eignen sich neues Wissen an und wiederholen Bekanntes, sie schulen ihre Motorik auf vielfältige Weise, sie integrieren soziale und emotionale Erfahrungen in ihr Spiel und üben den Umgang miteinander und mit sich selbst in vielen Situationen.

Um „schulfähig“ zu werden, muss ein Kind zunächst einmal „Spielfähigkeit“ besitzen, das heißt vertieft, hingebungsvoll und kreativ spielen können. Dafür benötigt es Ruhe und Wohlbefinden aber vor allem auch die nötige Zeit und den Respekt vor seiner „Spielarbeit“. Da wir uns dessen bewußt sind, räumen wir den Kindern diese Zeit an jedem Tag im Kindergarten ein und sind bemüht, sie in ihrem Spiel und dem damit verbundenen Flow möglichst nicht unnötig zu unterbrechen. Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf der Kinder und wir möchten das entsprechend wertschätzen.

Denn Spielen ist keine Spielerei!

Katja Wunderlich